Hallo! Ich bin’s – dein Problem!

Hallo! Ich bin’s – dein Problem!

 

Hallo, ich bin’s – dein Problem!

Ja, du kennst mich eigentlich gar nicht richtig, du weißt nur, dass ich da bin, in manchen Situationen mehr, in anderen weniger.

Ich mache, dass du dich unwohl fühlst in deiner Haut (z.B. gestern, als dir dein Partner so richtig auf den S*** gegangen ist. Oder auch vorgestern, als dich dein Kind um den Verstand gebracht hat). Auch als du nicht wusstest, was du tun sollst, als du schon wieder in der Nacht schlecht geträumt hast oder einfach nur stundenlang wach lagst. Ebenso damals, als dir schon wieder jemand gesagt hat, dass du Nichts kannst.

Ich war auch da, als du letztes Mal wieder das Kribbeln im Bauch, den Druck auf der Brust und das Ziehen im Nacken spürtest, weil du Angst und Zweifel hattest. Auch als du dein volles Potential nicht nutzen konntest, weil dir jemand zugesehen hat, der es sicher besser konnte als du…

 

Weißt du was toll ist? Du schaust immer weg, wenn ich komme und mein Werk vollbringe. Du hast mich akzeptiert, weil du an mich gewohnt bist. Du glaubst, du kannst nicht ohne mich und meine ständig gleiche Arbeitsweise mit all‘ deinen Unzulänglichkeiten und Stress umgehen.

Weil: Deinen Blick und deine Aufmerksamkeit auf mich zu richten kostet dir gottseidank zu viel Energie. Es hilft mir auch, dass du dich selbst nicht in Ordnung findest oder dich trotz meiner Anwesenheit selbst nicht akzeptierst (auch nicht ein klein Wenig) – aber ich bin froh, dass du anscheinend glaubst, dass Alles so in Ordnung ist…

Mir hilft auch, dass du mich in jeder möglichen Situation rufst und bestätigst (und ja, du suchst mich manchmal auch bewusst).

 

Ich gebe dir mein und somit dein Glaubenssystem vor und du erfüllst es. So auch letzte Woche, als du wieder mal gedacht hast, du kannst es (sicher wieder) nicht und immer Alles falsch machst. Ich sage dir auch, wenn du anderen Vorwürfe machen oder von Ihnen etwas erwarten sollst, denn das lenkt deinen Blick von dir selbst aber auch von mir ab: „Wir sind sicher nicht schuld an der Situation! Die anderen müssen vorher etwas tun oder ändern.“ Machen wir sicherheitshalber `mal den anderen Leuten einen Vorwurf, hat bis jetzt immer funktioniert…

Kannst du dich erinnern, als dich letztes Mal jemand blöd dargestellt hat und du dich dann wieder wie damals – wie ein kleines Kind – gefühlt hast? Und auch der darauf folgende Selbstvorwurf war ich…

 

Und außerdem: Warum darfst du glücklich sein? Deine Nahestehenden waren es ja auch nie. Und gut gehen darf es dir ja sowieso nicht, weil deinem Partner und deinem Kind geht es ja auch gerade nicht gut. Lieber mitleiden und auch über Bord springen, als jemanden den Rettungsring zuzuwerfen. Das hilft jedem. Und ja, ich weiß, dass du nicht schwimmen kannst!

 

Manchmal will ein kleiner Teil in dir versuchen, ob es nicht auch anders geht. Aber den habe ich bis jetzt immer in Schach halten können, diesen *****! Merkst du wie es hilft, dass ich mit deinen Worten spreche, also so, wie dir der Schnabel gewachsen ist? Das hilft nämlich unsere Verbindung zu stärken – aber pssst: du könntest dies auch gegen mich einsetzen.

Ich weiß auch, dass du manchmal denkst, ich bringe dir nichts, aber ich spiele dir einen Nutzen vor. Oder willst du tatsächlich zu diesem Treffen mit deinen Arbeitskollegen oder der Familie fahren? Weiß ich doch! Darum mache ich dir sicherheitshalber mal Kopfschmerzen, die darfst du dann als Ausrede benutzen, ok?

 

So, jetzt werfe ich kurz einmal selbst meine und deine Einstellung über Bord, obwohl ich nochmal nachdenken könnte, ob ich dir alles Wichtige gesagt habe. Ich zeige dir kurz, dass es auch anders geht, also ohne das mehrmalige Kontrollieren, ob alles richtig und ohne Fehler ist… Ich zeige dir kurz, dass nichts Schlimmes passiert, wenn du nicht fehlerfrei bist oder arbeitest, wenn dich jemand auf einen Fehler aufmerksam macht oder du selbst einen Fehler bemerkst. Aber keine Angst, beim nächsten Mal bin ich wieder da!

 

Bitte tu‘ nichts was dir helfen könnte, deinen Selbstwert zu finden oder zu steigern. Frage nicht um Unterstützung, schaue nicht weiter auf mich, akzeptiere dich nicht und überhaupt, wie kommst dazu diesen Text zu lesen, wer hat den geschrieben?

Oh, kann dir der helfen? Könnte dir der zeigen, wie du selbstbestimmt deinen Stress und deine Probleme bewältigen, deinen Selbstwert und dein Selbstvertrauen steigern kannst oder du selbst dein Wohlbefinden in die Hände nehmen könntest?

Ui ui ui, ja… Reißleine ziehen: Schnell etwas Negatives formulieren: Mach die Seite zu, dir kann niemand helfen, du kennst es ja gar nicht anders, das hast du dir selbst schon immer gesagt und ebenso deine Eltern aber auch einige „Freunde“.

Und schon gar nicht traust du dich, dir ein Werkzeug zeigen zu lassen, dass du möglichweise in jeder Situation gegen mich anwenden könntest, in der ich sonst mit meinen Emotionen und Denkweisen daherkomme.

Mach die Seite zu… Wir treffen uns später wieder!

Posted on: 28. Februar 2018Christian_Kolb